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Aegopodium podagraria (Giersch)

Giersch, Gewöhnlicher Giersch

Aegopodium podagraria

Giersch (Aegopodium podagraria) ist als Gartenunkraut gefürchtet, denn seine oft meterlangen Ausläufer lassen sich schwer entfernen. Zudem ist die zur Familie der Doldenblütler zählende Pflanze extrem wuchsfreudig.

Doch wie so oft, liegen auch beim Giersch gut und böse nah beieinander. Er ist essbar und dürfte das bekannteste Wildgemüse in Deutschland sein. Sein Aroma ähnelt dem der Karotte und des Pastinak. Junge Triebe können roh gegessen werden, ältere gekocht und zubereitet wie Spinat.

Wie auf den Bildern zu sehen ist, werden die Blüten des Giersch von vielen Insekten besucht, wie Fliegen, Schwebfliegen, kleinen Käfern, Honigbienen, Wildbienen und Wanzen.

Beschreibung

Aegopodium podagraria ist eine mehrjährige Pflanze und wird zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch. Die Blütezeit dauert von Juni bis August. Die Ausbreitung erfolgt durch Samen und Ausläufer.

Aegopodium podagraria

Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Aegopodium podagraria umfasst Europa und reicht in Asien bis in die Türkei, den Kaukasus sowie bis nach Sibirien.

Besiedelt werden Wegränder, Wälder, Böschungen, Gärten und Ufer. Am besten kann sich Giersch entwickeln, wenn der Boden humos oder sandig-lehmig und vor allem gleichmäßig feucht ist. Mit trockenen Standorten kommt er nicht gut zurecht.

Aegopodium podagraria

Aegopodium podagraria Variegata
Die Blätter von Aegopodium podagraria „Variegata“ sind beim Austrieb weiß-grün bis gelb-grün gefärbt.

Giersch im Garten

Der Anbau von Giersch im Garten ist nicht schwierig. Er verträgt sonnige bis halbschattige Standorte und mag gleichmäßig feuchten Boden. Gedüngt werden kann er, muss er aber nicht, mit Komposterde oder organischem Gemüsedünger.

Der Boden in meinem Garten ist sehr sandig. Dort wächst Giersch nur im Halbschatten, wo er ausreichend feucht ist. Ich dünge nicht, trotzdem bildet er dichte Bestände.

Panaschierter Giersch, wie er unten zu sehen ist, wächst übrigens langsamer als die Wildform.

Giersch im Garten

Giersch und Streifenwanze

Streifenwanzen Paarung auf Giersch
Streifenwanzen bei der Paarung. Links zu sehen ist ein Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci).

Eine der auffälligsten Besucherinnen des Giersch dürfte die Streifenwanze (Graphosoma italicum) sein. Sie ist auch auf anderen Doldenblütlern anzutreffen, wie der Wilden Karotte oder dem Hunds-Kerbel.

Die Streifenwanze ernährt sich vom Pflanzsaft, besonders gerne saugt sie an den unreifen Früchten von Giersch und Co.

Weitere Bilder

Giersch

Aegopodium podagraria

Aegopodium podagraria

Aegopodium podagraria