Physalis peruviana (Andenbeere)

Andenbeere, Kapstachelbeere, Physalis

Die Andenbeere oder Kapstachelbeere (Physalis peruviana) kommt nicht nur in Europa, sondern auch in Südafrika als Neophyt vor. Sie zählt zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist nicht mit den Stachelbeeren verwandt.

Die süß-säuerlich schmeckenden Früchte können im reifen Zustand roh gegessen werden. Grüne Beeren enthalten Glykoalkaloide und reifen nicht nach.

Physalis Beeren
Physalis aus dem Supermarkt. Die Samen sind übrigens keimfähig.

Habitus, Beschreibung

Physalis peruviana ist eine mehrjährige Pflanze und wächst aufrecht oder aufsteigend (halb aufrecht). Je nach Standort wird sie bis zu zwei Meter hoch und blüht von Juni bis Oktober. Die Triebe, Blätter und lampionförmigen Fruchthüllen sind fein behaart.

Physalis peruviana Blüte
Ihre gelben Blüten kann Physalis peruviana von Juni bis Oktober zeigen.

In Regionen mit kalten Wintern dauert die Wachstumsperiode von Physalis peruviana zumeist nur vom Frühsommer bis zum ersten Frost. Nicht nur das teilt sie mit der verwandten Tomate, mit der sie gemeinsam vorkommen kann.

Nach der Blüte bildet der Kelch die für Physalis-Arten typische lampionförmige Fruchthülle. In ihr wächst und reift eine Beere. Bei Physalis peruviana ist die Fruchthülle zehnrippig, dadurch lässt sie sich von einigen weiteren bei uns neophytisch vorkommenden Arten unterscheiden.

Physalis Andenbeere
Die zehnrippe Fruchthülle der Physalis.
Physalis peruviana Blütenknospen
Nicht nur die Blätter und Triebe, auch die Blütenknospen sind mit feinen Haaren überzogen.
Physalis peruviana Blätter
Die spitz zulaufenden Blätter können oval oder dreieckig sein und ein herzförmiges Ende haben.
Physalis peruviana Habitus
Habitus einer aufrecht wachsenden Pflanze, das Bild ist Ende Oktober entstanden. Rechts ist ein Knöterich (Persicaria sp.) zu sehen.

Verbreitungsgebiet und Lebensräume

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt je nach Quelle in Bolivien und Brasilien (Quelle) oder umfasst weitere Länder Südamerikas (Quelle).

Andenbeere Physalis peruviana
Die Andenbeere (Physalis peruviana) auf einer Kiesbank am Rhein bei Mannheim.

Physalis peruviana als Neophyt

In Teilen des temperierten Europas gilt Physalis peruviana als unbeständig verwildert vorkommend. Das bedeutet, dass sie in der Nähe von Gärten anzutreffen sein kann, an Wegrändern oder auf Ruderalstellen, dort aber keine dauerhaften Bestände bildet. Sie ist hier nicht winterhart, ihre Samen können jedoch im Boden überdauern.

Das kann ich aus meinen Beobachtungen bestätigen und übrigens auch für die verwandte Tomate. Beide Arten können durch Gartenabfälle oder weggeworfene Früchte in die Landschaft gelangen.

Tomatenpflanze auf Kiesbank
Diese blühende Tomatenpflanze wuchs nur wenige Meter von den hier gezeigten Physalispflanzen sowie einigen Wasser- und Honigmelonen entfernt.

Begünstigt die Erderwärmung Neophyten wie die Physlis?

Nach meinen Beobachtungen ja. Ich kann mittlerweile Pflanzen auf meinem Balkon überwintern, die dort vor 10 Jahren noch erfroren wären. Zudem begegnen mir Arten wie Tomate oder Physalis häufiger.

Kiesbank Biotop Rhein
Auf dieser trocken liegenden Kiesbank im Rhein sind die Bilder für diesen Artikel entstanden. In diesem erstaunlich vielfältigen Biotop wuchsen unter anderem Wassermelone, Stechapfel, Schwarzer Nachtschatten sowie einige bereits verblühte Knöteriche.

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