Was das heimische Scharbockskraut (Ficaria verna) zu einer so besonderen Pflanze macht, ist nicht nur seine kurze Vegetationsperiode. Die zumeist von Februar bis Mai dauert. Es kann sich auch ohne Samen vermehren und ist nicht auf die Bestäubung seiner Blüten angewiesen.

Der „Trick“ den es dafür anwendet, wird Bulbillen genannt. Das sind Brutknospen, die beim Scharbockskraut aussehen wie kleine Knollen und in den Blattachseln wachsen.
Diese Bulbillen erscheinen zum Ende der Vegetationsperiode. Nachdem die Triebe des Scharbockskrauts vertrocknet sind, überdauern sie die Zeit bis zum nächsten Frühjahr auf dem Boden und können durch Regen und Wind verbreitet werden.
Dadurch klont sich das Scharbockskraut. Bulbillen sind eine Form der generativen (ungeschlechtlichen) Vermehrung, wie auch Stecklinge, Ausläufer und Tochterknollen.

Es gibt noch viele weitere Pflanzenarten, die sich mit Bulbillen vermehren können. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Brutblatt (Kalanchoe daigremontiana). Bei seinen Bulbillen handelt es sich um kleine Pflänzchen, die auch als Kindel bezeichnet werden und auf den Blatträndern wachsen.

Zu den Klonkünstlern zählen auch einige Lilien (Lilium). Bei denen die Brutknöllchen nicht nur in den Blattachseln wachsen sondern auch auf Zwiebelschuppen. Dazu bereite ich derzeit übrigens ein Video vor.

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