Wer profitiert vom Giersch?
Giersch (Aegopodium podagraria) mag auf Kräuterwanderungen ein Highlight sein, im Garten ist er aber eher unbeliebt. Auf fruchtbarem und feuchtem Boden zeigt er was er am besten kann: wuchern und gedeihen.
Wer Wert auf makellosen Rasen oder glatte Beetkanten legt, hat hier das Nachsehen. Giersch ignoriert jede gärtnerische Ästhetik.

In Frankreich scheint man mit dem Doldenblütler etwas entspannter umzugehen. Dort habe ich in einigen Gärten die panaschierte Kulturform „Variegata“ gesehen. Ein Bild dieser Sorte zeige ich in diesem Artikel.
Diese buntlaubige Sorte ist hübsch anzusehen, für die Biodiversität ist jedoch die Wildform die bessere Wahl.
Genau das, was viele am Giersch stört, ist ökologisch allerdings ein Vorteil und gut für die biologische Vielfalt.
Wenn der Giersch blüht, ist er eine heftig umschwirrte Pflanze, seine Blüten sind bei vielen Insekten beliebt.

Aber auch nach der Blüte bietet er zahlreichen wirbellosen Tieren Nahrung und Unterschlupf. Die allerdings weit weniger auffällig sind als die bestäubenden Insekten.
Für uns Menschen sind Fliegen häufig lästig. Für Frösche, Eidechsen, Spinnen oder Vögel können sie aber ein echter Leckerbissen sein.
Auch Igel und Spitzmäuse finden zwischen den Blättern des Gierschs etwas zu fressen.

Junge Blätter und Triebe lassen sich gut in der Küche verwenden. Geschmacklich erinnert mich Giersch entfernt an eine Mischung aus Karotte und Pastinake, mit denen er auch verwandt ist.
Da die Blätter schnell zäh werden, lohnt sich die Ernte vor allem im Frühjahr oder nach einem Rückschnitt.

Durch seinen dichten Wuchs schützt Giersch den Boden vor Austrocknung und Erosion. Die im Herbst absterbenden Blätter liefern Nahrung für Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen.
Was den Giersch so erfolgreich macht, sind seine schnell wachsenden Ausläufer. Sie lassen sich nicht nur schwer entfernen, es reicht auch ein Teilstück mit nur einem Blattknoten damit er sich erneut ausbreiten kann.
Im blühenden Zustand beträgt die Höhe bis zu einen Meter. Die Blütezeit kann von Mai bis August dauern. In milden Regionen behält der Giersch auch im Winter einige Blätter.

Wer profitiert denn nun vom Giersch?
Wer es im Garten lebendig mag und auf Gemüse steht, dass nicht im Supermarkt zu erhalten ist, profitiert vom Giersch. Insekten lieben seine Blüten, anderen Tieren bietet er Schutz und Nahrung, und die absterbenden Blätter düngen den Boden. Für uns ist er ein würziges Wildgemüse und für die Natur ein echter Gewinn.

Dieser Text und die Bilder stammen aus meinem Video zum Giersch, in dem noch weitere Tiere zu sehen sind, die auf dieser Pflanze leben: Wer profitiert vom Giersch?
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Aegopodium podagraria (Giersch)
Angelica archangelica (Echte Engelwurz)
Anthriscus caucalis (Hunds-Kerbel)
Chaerophyllum temulum (Hecken-Kälberkropf)
Daucus carota (Wilde Möhre)
Eryngium campestre (Feld-Mannstreu)
Falcaria vulgaris (Gemeine Sichelmöhre)
Heracleum mantegazzianum (Riesen-Bärenklau)
Heracleum sphondylium (Wiesen-Bärenklau)
Pastinaca sativa ssp. sativa var. pratensis (Wiesen-Pastinak)
Torilis arvensis (Acker-Klettenkerbel)