tussilago farfara (huflattich)
als heilpflanze geschätzt und im garten gefürchtet, da er sich dort dank vieler ausläufer schnell breitmachen kann, wird unser heimischer huflattich (tussilago farfara).

als heilpflanze geschätzt und im garten gefürchtet, da er sich dort dank vieler ausläufer schnell breitmachen kann, wird unser heimischer huflattich (tussilago farfara).


bei meinen streifzügen durch feld und flur treffe ich häufig auf pflanzen, die ich zwar noch nicht kenne, deren erscheinungsbild ich aber mit mir bekannten arten verknüpfen kann. beim gewöhnlichen eisenkraut (verbena officinalis) war das nicht so. es geriet mir im juni 2011 zum ersten mal vor die linse und ich war sehr erfreut über diese schnuckelige entdeckung.
anschließend habe ich versucht es zu bestimmen. so wie ich das häufig mache, die bilder auf den monitor und dann meine diversen bücher durchblättern. wenn das nix hilft, dann goorgle ich nach begriffen, die zum gewächs passen, wie z. b. “rosa blüten”. oft erscheinen dann ähnliche aussehende pflanzen und ich komme über die verwandtschaftlichen verhältnisse weiter.

so einfach wollte es mir verbena officinalis aber nicht machen. daraufhin habe ich die bilder erstmal auf der festplatte schlummern lassen. immer dann, wenn ich im netz auf ähnlich aussehende pflanzen gestoßen bin, wurden sie wieder geöffnet und damit verglichen.
hat alles nix gebracht, bis es heute der zufall gerichtet hat und ich ein den beiden obigen motiven ähnliches bild in einem wildstaudenshop entdeckt habe. als ich dort eisenkraut lesen durfte, hätte ich mir am liebsten in den ar… gebissen. denn verbenen, wie die mitglieder der gattung auch genannt werden, blühen derzeit noch in meinem balkonkasten.

dem gewöhnlichen eisenkraut werden übrigens heilende wirkungen nachgesagt. gegen blindheit scheint es allerdiedings nicht zu helfen.
hieracium pilosella ist im volksmund als kleines, langhaariges und mausohr-habichtskraut bekannt. die art ist in ihrem erscheinungsbild variabel und zählt zu den korbblütlern (asteraceae).

das kleine habichtskraut blüht von mai bis oktober und wird zwischen 10 und 30 zentimeter hoch. es bevorzugt sonnige standorte mit einem mäßig feuchten bis trockenen boden. man findet es an wegrändern, schuttplätzen, in trockenwiesen, felsspalten und auf mauern. seine blüten scheint es nur zu öffnen, wenn die sonne scheint. es vermehrt sich durch samen (generativ) und ausläufer (vegetativ).

dem kleinen habichtskraut werden u. a. schleimlösende, entzündungshemmende und wenn man es als marihuanaersatz raucht, auch entspannende wirkungen zugeschrieben. ich habe das pflänzchen belassen wo es wächst und mich nach dem fotografieren mit ein paar kühlen biers entspannt. was in frankreich, wo die aufnahmen entstanden sind, übrigens ganz schön ins geld geht.
den trivialnamen rainfarn verdankt tanacetum vulgare seinen farnähnlichen blättern. denn es handelt sich bei ihm um ein korbblütengewächs (asteraceae).
verwandt ist er u. a. mit dem chicoree, der artischocke und dem löwenzahn. in der literatur ist er manchmal noch unter seinem alten botanischen namen, chrysanthemum vulgare zu finden. im volksmund wird er auch noch als wurmkraut bezeichnet.

seine gelben blüten zeigt der gemeine rainfarn von juli bis oktober. er kann über einen meter hoch werden. man findet ihn an wegen, in wiesen, auf äckern sowie an wald- und gebüschrändern. er enthält ätherische öle, die schon bei kontakt mit der haut zu allergischen reaktionen führen können.

in der naturmedizin wurde er früher gegen würmer eingesetzt. aufgrund seiner giftigkeit scheint er aber als heilpflanze heute nicht mehr von bedeutung zu sein. dafür wird er gelegentlich als zierpflanze kultiviert.
die weg-malve (malva neglecta) kann man als die kleine schwester der wilden malve (m. sylvestris) bezeichnen. sie bleibt mit einer wuchshöhe von ca. 50 zentimetern nicht nur deutlich kleiner, auch ihre blüten werden nur ungefähr halb so groß als die ihrer rotviolett blühenden verwandten.

malva neglecta ist umgangssprachlich auch noch als käsepappel, gänsepappel otter feld-malve bekannt. sie zeigt ihre zartrosa blüten von juni bis september. sie ist recht häufig an wegen anzutreffen und teilt sich diesen lebensraum mit m. sylvestris. sie wächst auf freiflächen zumeist niederliegend und in wiesen aufrecht.

da sie schleimstoffe enthält, wurde sie früher zur behandlung von erkältungen verwendet. alle pflanzenteile sollen essbar sein.
die gattung geum zählt zur familie der rosengewächse (rosaceae) und beinhaltet ca. 30 arten, von denen einige auch als zierpflanzen genutzt werden. dazu scheint die echte nelkenwurz (geum urbanum) aber nicht zu zählen. sie kann bis zu 50 zentimeter hoch werden und zeigt ihre gelben blüten vom juni bis in den oktober.

den namen nelkenwurz soll sie ihren den gewürznelken ähnlich riechenden wurzeln verdanken. sie wird manchmal auch als benediktenkraut, märzwurz bzw. heil aller welt bezeichnet. man findet sie im otter am wald/gebüsch, an wegen, schuttplätzen und in wiesen.

ihre samen verbreitet sie, wie auch die (nicht verwandte) klette, durch widerhaken.

als heilpflanze wurde die echte nelkenwurz früher u. a. gegen durchfall und zahnfleischentzündungen eingesetzt.
wo die wilde karde (dipsacus fullonum) wächst, entdeckt man sie in der regel sofort, denn sie kann bis zu zwei meter hoch werden. besonders auffällig sind ihre blütenstände, die auch im verblühten zustand noch apart aussehen. botanisch eingeordnet ist die auch als wald-karde bekannte pflanze in die familie der geißblattgewächse (caprifoliaceae).

die blütezeit der wilden karde erstreckt sich von juni bis august. man findet sie an wegen, in wiesen und auch am waldrand. sie bevorzugt sonnige lagen und wächst zweijährig. d. h., im ersten jahr bildet sie nur blätter aus um im zweiten jahr zu blühen und anschließend abzusterben.

in der naturheilkunde wird dipsacus fullonum zur behandlung von borreliose eingesetzt. ihr werden antibakterielle und blutreinigende wirkungen nachgesagt. weitere infos dazu gibt es hier.

die wilde karde passt übirgens auch gut in einen naturnahe gestalteten garten. dort sind ihre samen das ideale winterfutter für vögel. ihre blüten werden von bienen, hummeln und schmetterlingen bestäubt.


die gattung fumaria beinhaltet ca. 50 arten und zählt zur unterfamilie der erdrauchgewächse (fumarioideae) innerhalb der mohngewächse (papaveraceae). am bekanntesten dürfte wohl der auch bei uns wild wachsend anzutreffende gewöhnliche bzw. gemeine erdrauch (fumaria officinalis) sein.

die blütezeit des gemeinen erdrauch erstreckt sich von mai bis oktober. man findet ihn auf äckern, an feldrändern und in gärten. er besiedelt sonnige bis schattige standorte. das hier abgebildete exemplar habe ich unter unserem apfelbaum entdeckt, da ist es nicht besonders hell.
fumaria officinalis wächst leider nur einjährig, denn ich würde mich gerne in jedem jahr an ihm erfreuen. wem er ebenfalls gefällt, dem kann ich die mitglieder der verwandten gattung corydalis empfehlen. unter den als lerchensporne bekannte pflanzen befinden sich auch mehrjährige arten. man erhält sie im staudenfachhandel.
mit dem tränenden herz (lamprocapnos spectabilis) ist er ebenfalls verwandt.

tränenden herz (lamprocapnos spectabilis)
dem erdrauch werden u. a. harntreibende und krampflösende wirkungen zugeschrieben. eingesetzt wird er z. b. bei gallenleiden. zu erhalten ist er als teekraut und in kapseln.

die gattung symphytum zählt zur familie der raublattgewächse (boraginaceae). der echte beinwell ist also mit dem natternköpfen (echium) und den lungenkräutern (pulmonaria) verwandt.
bei symphytum officinale handelt es sich um eine formenreiche art, von der zwei bis drei unterarten existieren. so wirklich einig scheinen sich die botaniker da wohl nicht zu sein. im handel sind auch zuchtsorten zu erhalten.

der echte beinwell bevorzugt einen gleichmäßig feuchten bis nassen boden, in sonniger bis halbschattiger lage. er besiedelt auch sumpfige gebiete. man findet ihn im wald, an teichrändern und gelegentlich auch auf äckern. die hier gezeigte pflanze habe ich auf einer kürzlich gerodeten böschung neben der autobahn entdeckt.

seine gelb/weißen bzw. rosa/violetten blüten zeigt der echte beinwell von april bis september. er kann bis zu einem meter hoch werden. das hier abgebildete exemplar hat es allerdings nur auf eine höhe von ca. 40 zentimetern gebracht.
infos zu den heilwirkungen und ein paar bilder der rosa/violett blühenden form gibt es hier.
symphytum officinale wird auch in gärten kultiviert. beziehen kann man die pflanzen über den staudenfachhandel.

die gattung mercurialis zählt zur familie der wolfsmilchgewächse (euphorbiaceae) und beinhaltet ca. zehn arten sowie zwei natürlich vorkommende hybriden (kreuzungen). an einer davon ist das einjährige bingelkraut (mercurialis annua) beteiligt: mercurialis × longifolia = m. annua x m. tomentosa.
man findet das bingelkraut in sonnigen lagen, z. b. auf äckern, schuttplätzen und an wegrändern. der trivialname lässt erahnen, das es sich hier um eine einjährig wachsende art handelt.

in der naturheilkunden ist die pflanze heutzutage nicht mehr von bedeutung, ihr werden u. a. abführende, schleimlösende und entzündungshemmende wirkungen zugeschrieben.

das einjährige bingelkraut kann bis zu 50 zentimeter hoch werden. es ist zweihäusig, d. h., es gibt männliche und weibliche pflanzen. unterscheiden lassen sich die geschlechter anhand ihrer blüten. die männlichen sind hellgelb und die weiblichen grün.
im gegensatz zum entfernt verwandten weichnachtsstern (euphorbia pulcherrima) kann mercurialis annua nicht mit einem milchigen pflanzsaft aufwarten. es ist jedoch leicht giftig, zumindest die frischen und ungetrockneten pflanzenteile.
eine weitere bei uns heimische art, ist das mehrjährige wald-bingelkraut (m. perennis).