das aktuelle unrkaut

winterpause

cichorium intybus

so, bis zum frühjahr 2012 wird hier nicht mehr viel geschehen. ich hätte zwar noch genügend wildwuchsbilder, die zu bestimmen und hier zu zeigen wären, mal sehen ob ich mich dazu aufraffen kann.

den winter widme ich mich zumeist meinen kochblogs- und seiten, denn wenn es draußen düster und kalt ist, gibbet doch nix schöneres wie als am warmen herd zu brutzeln.

das sommerliche bildmotiv passt übrigens zum ersten link:

verbena officinalis (gewöhnliches eisenkraut)

verbena officinalis

bei meinen streifzügen durch feld und flur treffe ich häufig auf pflanzen, die ich zwar noch nicht kenne, deren erscheinungsbild ich aber mit mir bekannten arten verknüpfen kann. beim gewöhnlichen eisenkraut (verbena officinalis) war das nicht so. es geriet mir im juni 2011 zum ersten mal vor die linse und ich war sehr erfreut über diese schnuckelige entdeckung.

anschließend habe ich versucht es zu bestimmen. so wie ich das häufig mache, die bilder auf den monitor und dann meine diversen bücher durchblättern. wenn das nix hilft, dann goorgle ich nach begriffen, die zum gewächs passen, wie z. b. “rosa blüten”. oft erscheinen dann ähnliche aussehende pflanzen und ich komme über die verwandtschaftlichen verhältnisse weiter.

gewöhnliches eisenkraut

so einfach wollte es mir verbena officinalis aber nicht machen. daraufhin habe ich die bilder erstmal auf der festplatte schlummern lassen. immer dann, wenn ich im netz auf ähnlich aussehende pflanzen gestoßen bin, wurden sie wieder geöffnet und damit verglichen.

hat alles nix gebracht, bis es heute der zufall gerichtet hat und ich ein den beiden obigen motiven ähnliches bild in einem wildstaudenshop entdeckt habe. als ich dort eisenkraut lesen durfte, hätte ich mir am liebsten in den ar… gebissen. denn verbenen, wie die mitglieder der gattung auch genannt werden, blühen derzeit noch in meinem balkonkasten.

eisenkraut

dem gewöhnlichen eisenkraut werden übrigens heilende wirkungen nachgesagt. gegen blindheit scheint es allerdiedings nicht zu helfen.

cornus sanguinea (roter hartriegel)

cornus sanguinea

von den hartriegeln (cornus) sind drei arten bei uns heimisch: c. mas, c. suecica und der hier gezeigte rote hartriegel (cornus sanguinea). er ist, zumindest hier in der region, häufig anzutreffen. das mag aber auch daran liegen, dass er gerne als heckenpflanze verwendet wird.

obwohl er mehrere meter hoch werden kann, finde ich ihn etwas unscheinbar. das mag aber auch daran liegen, dass ich ihm so häufig begegne.

es wachsen übrigens nicht alle hartriegel-arten baum- oder strauchförmig. die gattung cornus beinhaltet auch ein paar stauden mit z. b. kriechendem wuchs, die sich sehr gut als bodendecker eignen. weitere infos sind hinter dem link zu finden.

roter hartriegel

diplotaxis tenuifolia (wilde rauke)

die wilde rauke (diplotaxis tenuifolia) ist eine populäre nutzpflanze, die ursprünglich aus dem mittelmeerraum stammt und bei uns auch verwildert wachsend anzutreffen ist. bekannt wurde sie als rucola. weitere namen: schmalblättrige doppelsame, stinkrauke.

diplotaxis tenuifolia

diplotaxis tenuifolia zählt zur familie der kreuzblütengewächse (brassicaceae) und ist mit dem kohl, raps und der steckrübe (link) verwandt. sie wird zumeist zwischen 30 und 80 zentimeter hoch. ihre blütezeit erstreckt sich vom mai bis in den november. man findet sie in unkrautbeständen, sowie an feld- und wegrändern. sie bevorzugt sonnige standorte.

wilde rauke

was sind eigentlich unkräuter?

als unkräuter (unkraut) werden unerwünschte pflanzen bezeichnet. sie stammen aus unterschiedlichen familien und müssen nicht miteinander verwandt sein. sie haben aber dennoch etwas gemein, denn oft handelt es sich dabei um sehr robuste und anpassungsfähige arten, die schnell wachsen und sich fleissig vermehren.

sie besitzen also die eigenschaften, die wir uns bei zierpflanzen wünschen.

das sich unkräuter sehr gerne und vor allem aufdringlich in unseren gärten breitmachen hat auch sein gutes, optisch wie kulinarisch. denn schließlich wollen schmetterlinge und bienen ja auch mal fein lecker schmackofatzen.

unkraut

ich finde ja, wir sollten den begriff unkraut aus unserem sprachschatz verbannen. klingen denn heilpflanze otter wildstaude nicht wesentlich eleganter … ?

mit einem leckeren kaltgetränk im garten zu sitzen ist übrigens auch viel entspannender, wie als das jäten von unerwünschten pflanzen!

sambucus ebulus (zwerg-holunder)

die gattung sambucus zählt zur familie der moschuskrautgewächse (adoxaceae) und beinhaltet ca. 30 arten, von denen einige auch bei uns heimisch sind. am bekanntesten dürfte wohl der schwarze holunder (s. nigra) sein, von dem ich übrigens ein exemplar im garten habe. er wächst strauchförmig, wird mehrere meter hoch und aus seinen früchten kann man einen leckeren saft herstellen. otter herstellen lassen, wie ich das aus kindertagen kenne, wo wir die beeren gesammelt haben und unsere liebreizende nachbarin hannelore uns anschließend mit literweise saft dafür belohnt hat.

sambucus ebulus

bis gestern unbekannt war mir der zwerg-holunder (sambucus ebulus), der im fruchtenden zustand aussieht wie eine staude, welcher man holunderbeeren auf die triebspitzen geklebt hat. er bleibt mit einer wuchshöhe von maximal 1,5 meter deutlich kleiner als sein strauchiger verwandter. die hier gezeigten pflanzen sind nur etwa 60 zentimeter hoch.

zwerg-holunder

das verbreitungsgebiet des zwerg-holunder erstreckt sich von europa bis in den iran. seine früchte sollten giftig sein und durchfall otter kotzeritis verursachen können. probiert hätte ich die eh nicht, denn gefunden habe ich ihn direkt neben einer stark befahrenen straße kurz vor mannheim-feudenheim.

zum glück radel ich dort regelmäßig vorbei, dann kann ich hier im nächsten jahr auch ein paar blütenbilder zeigen.

holunderbeeren

orobanche sp. (sommerwurz)

die echten schätzchen entdeckt man ja gerne dann, wenn es gerade ungünstig ist. so war das auch an einem heißen sonntag im mai, wo ich diese sommerwurz (orobanche sp.) quasi im vorbeigehen abgelichtet habe. heute könnte ich mir in den ar… beissen, dass ich sie nicht etwas genauer unter das objektiv genommen habe. denn sie lebt parasitär und ernährt sich von anderen pflanzen.

sommerwurz

ein paar mehr und vor allem bessere bilder, hätten es mir auch ermöglicht, die genaue art zu bestimmen, denn bei uns sind mehrere orobanche-arten heimisch.

zum glück habe ich mir den standort gemerkt und werde im mai 2012 dort nach weiteren pflanzen suchen. ganz gleich wie heiß es dann ist, zur not marschiere ich mit einem sonnenschirm bewaffnet dahin.

hieracium pilosella (kleines habichtskraut)

hieracium pilosella ist im volksmund als kleines, langhaariges und mausohr-habichtskraut bekannt. die art ist in ihrem erscheinungsbild variabel und zählt zu den korbblütlern (asteraceae).

hieracium pilosella

das kleine habichtskraut blüht von mai bis oktober und wird zwischen 10 und 30 zentimeter hoch. es bevorzugt sonnige standorte mit einem mäßig feuchten bis trockenen boden. man findet es an wegrändern, schuttplätzen, in trockenwiesen, felsspalten und auf mauern. seine blüten scheint es nur zu öffnen, wenn die sonne scheint. es vermehrt sich durch samen (generativ) und ausläufer (vegetativ).

kleines habichtskraut

dem kleinen habichtskraut werden u. a. schleimlösende, entzündungshemmende und wenn man es als marihuanaersatz raucht, auch entspannende wirkungen zugeschrieben. ich habe das pflänzchen belassen wo es wächst und mich nach dem fotografieren mit ein paar kühlen biers entspannt. was in frankreich, wo die aufnahmen entstanden sind, übrigens ganz schön ins geld geht.

unkraut babys

vom kindchenschema meine ich, zumindest erinnert es sich mir so, mal was im biologieunterricht gehört zu haben. da das schon sehr lange her ist (war wohl schon vor dem krieg), möchte ich mit dem folgenden zitat kurz erklären, um was es sich dabei handelt:

Das Kindchenschema bezeichnet die bei Menschen und vielen höheren Tierarten vorkommenden kindlichen Proportionen die als Schlüsselreiz Fürsorgeverhalten auslösen
(quelle)

interessant wäre es für mich zu wissen, ob sich das auch auf pflanzen übertragen lässt. aus diesem grund zeige ich hier mal ein paar unkraut babys.

acker-gauchheil
acker-gauchheil

ackerwinde
ackerwinde

brennnessel
brennnessel

hühnerhirse
hühnerhirse (vermutlich)

vogelmiere
vogelmiere

wolfsmilch
wolfsmilch (vielleicht euphorbia helioscopia)

wenn jemand beim anblick der lieben kleinen lust bekommt, sie zu knuddeln und liebkosen, dann darf man mir das gerne als kommentar mitteilen. also ich finde ja die brennessel ganz putzig und liebreizend …

echinochloa crus-galli (hühnerhirse)

die gattung echinochloa zählt zur familie der süßgräser (poaceae), die hühnerhirse (echinochloa crus-galli) ist also mit dem bambus (bambusa) und dem reis (oryza) verwandt. sie wächst einjährig und kann über einen meter hoch werden.

hühnerhirse

es gibt ja nicht allzuviele pflanzen die mich nerven und die ich als unkraut bezeichne. aber die hühnerhirse zählt definitiv dazu. ab ca. juni beginnt sie zu keimen und das entfernen der sämlinge ist echte fuschelarbeit. die größeren pflanzen lassen sich zwar besser anpacken, wurzeln aber auch schon entsprechend tiefer.

diese art im garten zu haben, wo sie gerne und auch seeeeehr häufig auftritt, macht selbst mir keinen spaß. wenn wenigstens die schnecken drangingen, von denen ich ja auch mehr wie als genug habe – aber denen scheinen andere pflanzen besser zu schmecken.

echinochloa crus-galli

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